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Vorhersage
Das Dokumentationszentrum „Familiengeschichten – Jüdisches Leben in Colmberg“ erinnert an eine fast 300jährige, gemeinsam erlebte Geschichte, die sich aus vielen individuellen Einzelgeschichten zusammensetzt. Über Ereignisse und Schicksale berichten Mitglieder der ehemaligen jüdischen Gemeinde bei „persönlichen“ Begegnungen. Viele interaktive und multimediale Angebote informieren ergänzend über die historischen Hintergründe ihrer Erlebnisse.
Warum zogen damals jüdische Familien nach Colmberg? Welche Berufe übten sie aus? Wie gestaltete sich das Zusammenleben mit der christlichen Nachbarschaft? Wer sprach Lachoudisch und wie klang diese fremde Geheimsprache? Und warum verließen schließlich viele Juden den Ort auch wieder?
Antworten darauf – und auf viele Fragen mehr – erhalten Gruppen, Familien, Einzelbesucher und alle Interessierten in der kinderfreundlich und barrierearm gestalteten Ausstellung im Dokumentationszentrum.
Ein Bericht zur Eröffnung des Jüdischen Dokumentationszentrums in Colmberg,
geschrieben und fotografiert von Wolfgang Fellner für die Zeitung Region Neumarkt.
Das LEBEN in Colmberg prägten viele Generationen jüdischer Familien aktiv mit. Bei einem „Spaziergang“ durch die Vergangenheit werden die Brüder Jacob, Lazar und Moses zu Berichterstattern über ihren LEBENSmittelpunkt in Colmberg. Die Familie Steinberger erzielte ihren LEBENSunterhalt erfolgreich im Viehhandel. Sie bereicherte das Zusammen- LEBEN – der ganze Ort feierte das Jubelpaar Alexander und Regina Steinberger anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit. Mit der Arbeit ihres Vorsängers, Schächters und Religionslehrers Eisig Selling war die jüdische Kultusgemeinde dagegen gar nicht zufrieden – ihren Glauben LEBEN konnte die Gemeinde in der von Elieser Sussmann künstlerisch prächtig gestalteten Synagoge. Woanders LEBTEN aus Colmberg stammende Juden ab dem Zeitpunkt, als ihnen der Wegzug gesetzlich gestattet wurde. Karl Amson Joel gründete in Nürnberg einen sehr erfolgreichen Wäscheversandhandel – er konnte vor der nationalsozialistischen Verfolgung fliehen und überlebte in den USA, wo sein Enkel Billy Joel geboren wurde und zum Weltstar aufstieg.
Flucht und Deportation zeugen vom gewaltsamen Untergang des jüdischen Lebens im Nationalsozialismus in Colmberg.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verließen viele Juden die kleine fränkische Gemeinde und suchten ihr Glück andernorts. Die rechtliche Gleichstellung aller jüdischen Bürger 1871 hatte die Voraussetzungen dafür geschaffen. Aber wohin zog es die Colmberger Juden? Und welche Spuren jüdischen Lebens finden sich an anderen Orten in Westmittelfranken?
Interaktive Medienstationen bieten die Möglichkeit, Colmberg zu verlassen und den Bewegungen der Colmberger Juden zu folgen.
Als Überlebender des Holocaust legt Ernest Haas in einzigartiger und berührender Weise Zeugnis ab über die Schrecken des nationalsozialistischen Terrors. Die Geschichte seiner Familie steht dabei stellvertretend für das Schicksal der sechs Millionen im Holocaust ermordeten europäischen Juden.
Für geführte Rundgänge durch das Dokumentationszentrum nehmen Sie bitte zu unserem Kreisarchivpfleger Herrn Günther Fohrer Kontakt auf.
Das Dokumentationszentrum „Familiengeschichten – Jüdisches Leben in Colmberg“ informiert
auch mit Veranstaltungen über die Geschichte der jüdischen Gemeinde des Ortes.
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